Franziskanerinnen von Reute
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Neuer Wirkunskreis von Sr. Colette

Sr. Colette, seit Frühjahr 2007 in Tumba Jae, berichtet von ihrem neuen Wirkungskreis; Ort und Umfeld schildert Sr.Colette folgendermaßen:

Tumba-Jae war am Anfang ein Sumpfgebiet. Etwa 1940 begann die Besiedelung. Die Menschen kamen von anderen Gebieten in der Hoffnung, ihren Lebensunterhalt zu verdienen mit der Urbarmachung des Landes, indem sie sich innerhalb des Gebietes geeigneten Boden suchten für die Sicherung der Grundnahrung. Mit der Zeit bildete sich eine Ortschaft heraus, die den Namen Tumba-Jae erhielt. Der Landkreis heißt Manduamas. Tumba-Jae hat 3004 Einwohner (ca. 550 Familien. Der Landkreis Manduamas hat 27.043 Einwohner (ca. 4.890 Familien), die in 14 Dörfern wohnen.

Der Landkreis grenzt im Norden an die Provinz Aceh. Die Leute versuchten, Reisfelder anzulegen, Gummiwälder, Süßkartoffeln, Kaffee und Kakao anzupflanzen. Trotz harter Arbeit und schlechter Bodenbeschaffenheit (Lehmboden) reichte es nicht zum Lebensunterhalt. Der Boden verlangt Kunstdünger, was aber für die Leute unbezahlbar ist. Zum Glück eröffnete man eine große private Ölbaumplantage, wo viele Leute Arbeit fanden.

Das Trinkwasser holen die Leute hier an offenen Wasserstellen hinter dem Haus. Es ist dies Regenwasser, dessen Stand mit dem Regen steigt und sinkt und das so ständig verschmutzt ist. Bei Trockenheit versiegen die Wasserstellen, da sie keiner Quelle entspringen. In dieser Zeit wird das Wasser vom Fluss geholt, der zwei km vom Dorf entfernt liegt. Gerade auch dieses Wasser ist ziemlich verseucht. Schweres Erbrechen und Durchfälle treten dann bei den Menschen vermehrt auf.

Zum Anfang in Tumba Jae sagt Sr.Colette:
Ich musste mich an einen ganz anderen Menschenschlag gewöhnen, an die noch größere Hitze und an ein großes Malariagebiet.

Hier lebe ich mit Schwester Lucia und Schwester Venancia.
Meine Arbeit schwerpunktmäßig ist wie in Pangaribuan auch: die Versorgung der Poly- und Entbindungsklinik. Kinder gibt es hier noch recht viele, aber viele sind krank und unterernährt. Neben den Kindern im Kinderheim habe ich auch ein Altersheim zu betreuen. Es wohnen dort im Moment acht alte Menschen, die keine Angehörigen mehr haben bzw. deren Kinder in die großen Städte gezogen sind.
Unsere Polyklinik haben wir zwischenzeitlich erneuert und es macht Freude, darin zu arbeiten. Wie auch in Pangaribuan ist hier die Tbc weit verbreitet. Betroffen sind die Ärmsten. Schwere körperliche Arbeit, mangelhafte Ernährung, keine Hygiene sind hier die Auslöser. Eine Tbc-Behandlung dauert lange und ist sehr teuer. Im Moment habe ich zwei junge Frauen bei uns mit offener Tbc, die Blut husten. Bevor ich die Kur mit vielen Medikamenten beginne, versuche ich, die Leute zuerst etwas „aufzupäppeln mit Infusionen, Vitaminen und nahrhaftem Essen. Wir haben gute Erfolge, Gott sei Dank.

Schwester Venancia leitet unser Asrama (Internat) mit 52 Mädchen, die hier die Schulen besuchen. Die Mädchen kommen aus abgelegenen Dörfern zu uns und leben bei uns.
Wir geben ihnen die Möglichkeit, eine Mittel- bzw. Oberschule zu besuchen.
Schwester Lucia ist unsere Religionslehrerin und auch verantwortlich für den Kindergarten, in welchem über 50 Kinder betreut werden.

Ja, es ist hier nur eine kleine Ecke der Welt, von deren Not ich Ihnen berichte. Es sind dies unsere Brüder und Schwestern, zu denen wir gesandt sind. Wie Franziskus hat der Herr auch uns zu ihnen geführt, um etwas Licht und Barmherzigkeit in ihren leidvollen Alltag zu bringen.
Ich sage ein herzliches Vergelts Gott, auch im Namen meiner Mitschwestern und im Namen all der Menschen, die immer wieder durch Sie/ Euch Hilfe und Unterstützung finden, ein herzliches Vergelts Gott.

Ihre / Eure Sr. Colette

(Stand Januar 2008)

 



Sr. Colette im Kinderheim

Sr. Colette mit einem Tbc-Patienten

Sr. Colette im Gespräch mit ihren Mitschwestern
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