"Heute ist es anders schön"
Sr. M. Zenaides, mit ihren 99 Jahren unsere derzeit älteste Schwester, war sofort bereit sich ein paar Fragen stellen zu lassen. Viele Jahrzehnte war sie als Erzieherin tätig, arbeitete in der Nähschule und gab Handarbeitsunterricht - in Gemeinden wie Grimmelstetten, Horgen oder Hohentengen. In etwas mehr als 5 Minuten stand sie wach, ehrlich und herzlich Rede und Antwort . . .
Sr. Zenaides, seit wie vielen Jahren sind Sie nun in unserer Gemeinschaft?
Ja, seit jungen Jahren – mit 17 und ich hab alles miterlebt! Wir waren über 30 Kandidatinnen, Schwester Eunomia war eine gute Kandidatinnenmeisterin.
Gibt es etwas, was Ihnen noch spontan in Erinnerung ist?
Ha, am 1. Mai sind wir nach Durlesbach gelaufen, alle miteinander und das Durlesbachlied (Anm.: Auf der schwäb’schen Eisenbahn) haben wir gesungen. Früher war das alles noch anders, da ist viel passiert…Heut ist’s halt anders schön!
Und wie geht es Ihnen HEUTE, wenn Sie aufs Leben schauen?
Das Leben muss normal verlaufen! Wissen Sie, ein Tag um der andere ist gekommen und gegangen und so ist heute wieder ein neuer. Manchmal möchte man’s halt anders, aber es isch alleweil gut `gangen!
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Jetzt leben Sie im Gut-Betha-Haus (Alten- und Pflegeheim) . . .
Ja, und i bin hier ganz dahoim. Ich denk viel ans Evangelium, das ist jeden Tag so fest da und ich bet jeden Morgen für die ganze Welt, für alle Menschen – für alle Missionare, Priester, für alle die zu Christus gehören und für die jungen Leute, die haben`s heut nicht leicht. Ich bet für alle, die`s nicht leicht haben!
Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Klar und deutlich sagt sie: Ich möcht auch im Himmel sein! Ich freu mich halt so auf den Himmel, aber es ist halt noch nicht Zeit.
Und für die Zukunft der Franziskanerinnen von Reute?
Was bei uns da war, das müssen die jungen Schwestern heute weiter tragen. Das ist Wichtig! Ich sag Eines: Die Not gibt es heute auch, ihr müsst das Gleiche tun und doch wieder ganz anders, weil die Not eine andere ist. Miteinander leben und Jede so, wie sie es am Besten kann – ich bet´ für euch, für die ganze Gemeinschaft.
Sr. Zenaides, eine Frage noch, was raten Sie den Menschen, die dieses Interview lesen?
Mit dem Heiland mögen sie leben, jeden Tag, so wie er kommt – das ist alles!
Herzlichen Dank für Ihre Bereitschaft
und Ihnen Gesundheit und Gottes Segen im neuen Jahr!
Wenige Wochen vor ihrem 100. Geburtstag starb unsere Mitschwester M. Zenaides. Wir sind dankbar für ihr Leben und Wirken in ihren 99 Lebens- und 78 Professjahren. Vergelt's Gott!






