Mutiger Einsatz und konsequenter Glaube
![]() Maximilian Kolbe - Brunnen vor dem Bildungshaus |
Statio zum Gedenktag des hl. Maximilian Kolbe am 14.08.2011
Zeit zum Nachdenken hatte Maximilian Kolbe nicht. Als vor 70 Jahren einer seiner Mithäftlinge im KZ Auschwitz als Vergeltung für einen entflohenen Häftling getötet werden sollte, meldete er sich und trat schützend vor den verzweifelten Mann. Kolbe wurde im Hungerbunker ermordet, der Familienvater dafür verschont.
Insbesondere durch seinen mutigen Einsatz in Auschwitz ist Kolbe zum Beispiel geworden für einen konsequenten Glauben und den selbstlosen Einsatz für andere Menschen.
(Text: Theodor Pindl)
Was kann uns Maximilian Kolbe, der Patron unseres Bildungshauses, für heute, für uns, für unser Bildungshaus sagen?
- Pater Kolbe setzt sich in Auschwitz für einen Familienvater ein, und damit für eine Familie. Von seinem Leben wissen wir, wie wichtig ihm die Familie war. Auch wir können uns für Familien einsetzen. Jeder und jede von uns weiß, wie wichtig die eigene Familie für unseren Werdegang, für unser Leben, für unseren Glauben war und ist, wie wichtig sie ist für den Aufbau einer lebensfähigen und lebenswerten Gesellschaft. Die Familie verdient in ihren unterschiedlichen Konstellationen unseren vollen Einsatz. Ich freue mich ganz besonders, dass in diesem Jahr wieder Familien in unserem Haus sind, und möchte mich bei dieser Gelegenheit bei all jenen bedanken, die diese Freizeit in großem Einsatz organisieren, durchführen und ermöglichen, vor allem allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern!
- Pater Kolbe ist nicht nur der Patron der Amateurfunker und Journalisten (Twitter und Facebook wären für ihn heute wahrscheinlich selbstverständlich gewesen), er wird manchmal als „Martyrer der Versöhnung“ bezeichnet, zwischen Polen und Deutschen, Juden und Christen. Ein kurzer Blick in unser eigenes Leben und die Welt zeigt, wie schwierig Frieden und Versöhnung sind. Wir brauchen Friedens- und Versöhnungsstifter, wir brauchen Brückenbauer. Das Bildungshaus folgt diesem Versöhnungsimpuls Maximilian Kolbes, indem es in einer vielfältigen Gesellschaft, in einer oft zerrissenen, heillosen Welt ein Ort ist für den offenen Dialog, für das heilende Gespräch, für das versöhnende Gebet. Ein Ort, der die Welt nicht einfach verdoppelt, sondern die Alternative spürbar werden lässt.
- Pater Kolbe ist eine sperrige Persönlichkeit, seine Sprache, seine Frömmigkeit sind für uns heute nicht mehr einfach zugänglich. Was zu denken gibt, ist seine Präsenz, seine Ansprechbarkeit, in dieser Situation das richtige zu tun. In dieser Ansprechbarkeit gleicht er seinem großen Vorbild Maria, die sich ansprechen ließ, die ansprechbar war. Ansprechbar sein, ansprechbar bleiben und damit offen bleiben für das, was von uns in der jeweiligen Situation gefordert ist, ist für uns zuweilen eine große Herausforderung, die wir doch schon oft sehr festgelegt und voreingestellt sind in unseren Weltbildern. Pater Kolbe ist uns ein Vorbild darin, uns von Not und Leid unserer Umgebung ansprechen zu lassen und in unserem Handeln auf Gott zu vertrauen.
(Text: Theodor Pindl)






