Reise in den Nordosten von Brasilien
Im Juni 2009 besuchten Sr. Barbara und Sr. Margot die Mitschwestern, Stationen und Projekte in Brasilien. Nicht zuletzt ging es auch darum, die von den Überschwemmungen betroffenen Menschen aufzusuchen.
Am Freitag, 26. 6. hatte ich die Möglichkeit, mit der brasilianischen Mitschwester Elisabeth Familien in den Außenbereichen von Arari zu besuchen. Oberflächlich gesehen sind viele Straßenzüge in und um Arari wieder abgetrocknet. Wo man hinkommt, zeigen einem die Leute in ihren Häusern die noch gut sichtbaren Ränder an den Wänden, die anzeigen, wie hoch das eingedrungene Wasser stand.
Schlimm ist der Zustand, wenn man weiter an die Peripherie der Stadt kommt.
Die Häuser sind dort fast alle Lehmhütten. Bei vielen ist der untere Bereich ausgespült, d. h. der aufgeweichte Lehm löst sich im Wasser auf und es ist nur noch das Holzstangengerüst da.
Da viele Fußböden ebenfalls nur gestampfte Lehmböden sind, hat es den Menschen buchstäblich den Boden unter den Füßen weggenommen und sie leben auch jetzt - Wochen und Monate danach - immer noch im Schlamm, mit darüber gelegten Brettern am Boden. Tisch, Herd, Sofa, Betten, weitere Möbel so weit es sie gibt, stehen auf Ziegelsteinen. Überall zieht es durch. Auch wenn man sich im tropischen Klima befindet, ist so ein Leben ungesund und viele haben Erkältungen, sind krank.
Die Wege zwischen den Häusern sind ebenfalls total aufgeweicht, ein Schlammgebiet, teilweise muss man durchs Wasser waten, um von einem zum anderen Haus zu kommen.
Sr. Elisabeth kennt viele Menschen in diesem Bairro (Stadtrandsiedlung). Heute geht es darum, die Allerbedürftigsten aufzusuchen und ihnen einen Gutschein dazulassen, mit dem sie bei der Pfarrei ein Lebensmittelpaket mit Reis und Bohnen, eine Tüte mit ein Hygiene-Artikeln, Putzmittel usw. bekommen können.
Dona Maria, die im Bairro wohnt, begleitet uns und hilft uns, die bedürftigen Familien zu finden.
Auch wenn ich sprachlich vieles nicht verstehe, sind diese Begegnungen für mich sehr eindrucksvoll.
Was ich immer wieder höre, ist: „Gracias a Deus“ / Gott sei Dank“
- leben wir noch (eine Person ist in dieser Gegend gestorben, vom Ausmaß der Überschwemmung her gesehen hätte es mehrere treffen können)
- haben wir dank der Hilfe von Nachbarn und guten Menschen das Allernötigste…
- geht das Wasser allmählich zurück
- …
Aber es gibt auch Ärger und Empörung über die „Stadtregierung“, weil die Leute wissen, dass der Staat finanzielle Hilfen versprochen hat, diese aber wer weiß wo ankommen, nur nicht da wo sie notwendig gebraucht würden…
Die Menschen aufsuchen, ihre Klagen, Sorgen und Nöte anhören, helfen wo man kann und die gegenseitige Hilfe der Menschen unter einander bestärken. Das wird noch für längere Zeit eine wichtige Aufgabe der Schwestern sein, zusammen mit vielen HelferInnen aus der Pfarrgemeinde, wo die Fäden zusammen laufen.
An dieser Stelle ein herzliches Vergelts Gott für alle Hilfen, die bereits in den letzten Wochen bei uns angekommen sind (siehe „Hilfe für Überschwemmungsopfer im Nordosten von Brasilien“).
Sr. Margot

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 „Häuserzeile“ im Überschwemmungsgebiet am Stadtrand von Arari
|  |  der untere Bereich von den Lehmwänden ist ausgeschwemmt
|  |  Ausschau nach besseren Zeiten
|  |  Die Straße geht „fließend“ über in den Fluss
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 Sr. Elisabeth bespricht mit Dona Maria welche Familien besucht werden sollten
|  |  auf dem Weg zu den Familien
|  |  Weg zu den Familien
|  |  an manchen Stellen nimmt man am besten die Schuhe in die Hand
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 Besuch bei drei Müttern, Sr.Elisabeth bringt ihnen Gutscheine
|  |  zusammen mit ihren Kindern haben dies Frauen vorerst einen gemeinsamen Unterschlupf gefunden
|  |  in diesem Haus wohnte eine Familie mit acht Kindern, es ist absolut nicht mehr zu gebrauchen
|  |  die Mutter erwartet das neunte Kind, sie kamen bei Nachbarn unter
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 immer wieder zeigen sich die Menschen
|  |  erfreut über unseren Besuch
|  |  Sr. Elisabeth im Haus einer bekannten Familie; die Mutter ist glücklich, dass wenigstens der Fußboden wieder trocken ist.
|  |  manchmal auch Unzufriedenheit über die nicht ankommende versprochene Hilfe
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 Schlamm und
|  |  Nässe,
|  |  so weit das Auge reicht
|  |  Ein Junge hält eine Taube… Das erinnerte mich an die Arche Noah: Die Taube verkündet, dass es auf der Erde wieder trocken wird!!
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 Sr. Elisabeth und Sr. Myria bereiten die
|  |  Reistüten für die bedürftigen Familien vor
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